
032 | Preisträger Projekt Tegia da vaut, Ems, CH Entwurf Gion A. Caminada, Vrin/Cons, CH Die „Tegia da vaut Domat“ (Waldhütte) steht als Bildungsort sämtlichen Waldberufen und Schulklassen, aber auch Gemeinschaften und Vereinen zur Verfügung. Das charakteristische Gebäude befindet sich in der Gemeinde Domat/Ems im Schweizer Kanton Graubünden – ein abwechslungsreiches Gebiet, das die Einheimi- schen auch „Plong Vaschnaus“ (Schafweide) nennen. Die geschuppte Fassade der Hütte wirkt im ersten Monat als Sperre. Der untere Rand des Gebäudes folgt dem abfallenden Boden und die Dachkante steigt auf spielerische Weise zwischen den Baumkronen zum Himmel. Der Innenraum ist von unterschiedlich struktu- rierten und verarbeiteten Oberflächen geprägt. Das Material kommt selbst aus dem Wald – Tannenholz. Es dominiert den großen Raum, der zusätzlich durch eine Doppelreihe aus überdimensionierten Säulen Kontur erhält, die an große Bäume erinnern. Juryurteil Zwischen den überdimensionierten eckigen Stützen, die an große Bäume erinnern, wird der Blick durch die gegenüber liegende Glasfassade in die Berg- waldlandschaft freigegeben. Der lang gestreckte Raum ist durch eine steinerne Feuerstelle in der Mitte des Raumes geprägt. Das Gebäude steht als Bildungsort sämt- lichen Waldberufen und Schulklassen sowie Gemeinschaften und Vereinen zur Verfügung. Das Projekt überzeugt mit seiner klaren Struktur und der sehr präzisen und handwerklichen Detaillierung der Oberflächen aus Tannenholz. Damit erreicht es eine berührende Einfachheit und schlichte Ästhetik, die passend zur Aufgabe und zum Ort eine sehr poetische Note hat. Die Waldhütte kann so ihre Funktion als Schule des Waldes in der Vermittlung von Werten besonders glaubwürdig erfüllen.