
038 | Lobende Erwähnungen Projekt Konzerthaus Blaibach, Blaibach, DE Entwurf peter haimerl . architektur, München, DE Der Neubau des Konzerthauses in Blaibach, einer 2.000-Seelen-Gemeinde im Bayerischen Wald, erinnert an einen vom Himmel gefallenen Monolith. Dabei folgt der Quader durch seine Schräglage geschickt dem abfallenden Gelände, um gleichzeitig auf die ansteigenden Sitzränge im Inneren zu verweisen. Wer die breite Treppe be- schreitet, die unter dem auskragenden Teil ins Innere führt, gelangt ins Foyer und schließlich in das 200 Personen fassende Auditorium. Hier unterstützt der expressive Faltenwurf der Betonwände eindrucksvolle Lichteffekte, sodass der höhlenartige Konzertsaal mit der Aura einer Kathedrale erfüllt wird. Außen wie innen kommt die aufwendige Gestaltung der Oberflächen zur Geltung. Die vorgehängten Fassadenelemente mit ihrer archaisch-rauen Granitstruktur entstanden in einem langwierigen und kraftraubenden Handwerksprozess: Auf einem nivellierten Sandbett in der Nähe des Bauplatzes wurden insgesamt 45.000 Granitsteine von Hand in vorgefertigten Schalenelementen verlegt und anschließend sauber betoniert. Juryurteil Im Inneren des Konzertsaals gliedern horizontale Betonbänder die Wand- und Deckenflächen. Durch ihre leicht gegeneinander gekippte Anordnung konnten verdeckte LED-Bänder installiert werden, die die Wände in fast mystisch wirkendes Licht tauchen. Dabei ist die komplexe Gestalt der Bänder kein Produkt freier, künstle- rischer Formgebung, sondern das Ergebnis akustischer Berechnungen. So unterstützen die Faltungen, zusammen mit der offenporigen Oberfläche des Leichtbetons, die Klangqualität des Raumes erheblich. Neben den Lichtbändern wurden im Wandaufbau zudem Bassabsorber versteckt, die die Raumakustik zusätzlich unterstützen.