
040 | Lobende Erwähnungen Projekt Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover, Hannover, DE Entwurf Meili & Peter Architekten AG Zürich, Zürich, CH Die Architekten standen in Hannover vor der Aufgabe, die Bauten des Bestands aus den 1970er- und 1990er-Jahren sinnvoll und ansprechend mit den Räumen ihrer Museumserweiterung zu verbinden. Um die unterschiedlichen Zugänge und Höhenebenen in tektonischer Qualität zu vereinen, ist in Form einer immensen Rampe mit frei ausschwingender Treppe ein geschwungenes, sich drehendes plastisches Gebilde entstanden. Von außen sieht man dem mächtigen Baukörper aus Stahlbeton sein komplexes, geometrisches Innenleben allerdings nicht an. Die weitgehend fensterlose Fassade spielt dabei in herausragender Weise mit Material und Textur. Anstelle von Fensteröffnungen schufen die Architekten ein spannungsreiches Fassadenrelief aus geschlossenen Wandflächen, feinen Lisenen und Bändern und verleihen dem Gebäude so Lebendigkeit und Gliederung, die sowohl im Detail als auch in der Fernwirkung überzeugt. Juryurteil Die plastische Wirkung der Fassade wird gesteigert durch eine differenzierte Behandlung der Betonoberflächen. Glatt geschliffene Flächen zeigen einen leicht glänzenden Charakter, als matte Oberfläche nehmen sie sich im Spiel des Lichts deutlich zurück. Das Fassadenrelief aus schwarz eingefärbtem Beton ist ebenso subtil gestaltet wie die innere Zonierung und Gestaltung der Räume: Rechteckige Raumkörper werden mit einer leichten Drehung so zueinander angeordnet, dass eine besondere räumliche Spannung und „tanzende Wirkung“ entsteht. Die kraftvolle und signifikante Architektur der Erweiterung des Sprengel Museums zeigt auf vorbild- liche Weise den Umgang mit Farbe, Struktur und Oberfläche.